KIEL, BREST und die DFG

une véritable histoire d’amour qui vit et vivra

 

Erste Annäherungsgedanken wurden 1963 durch den Kieler Oberbürgermeister Dr. Müthling geäußert, der die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) beauftragte, ernsthafte Kontakte mit einer französischen Stadt zu knüpfen. Auf der Suche nach einer geeigneten Partnerin wurden Küstenstädte bevorzugt; die Liebe zum Meer sollte beide verbinden.

Erste Annäherungswünsche äußerte Brest, la Cité du Ponant, am 20. Januar 1963.

Es folgte zuerst ein Schriftwechsel des damaligen Vorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Dr. Heyck, mit der Stadt Brest, um den Weg zu einer festen Partnerschaft zu ebnen ... Doch es sollte der Moment kommen, an dem man sich persönlich kennenlernen sollte:

Diese Initiative ergriff der damalige stellvertretende Vorsitzende der DFG, Dr. Albert Raasch. Voller Erwartung und Zuversicht darüber, dass beide Städte eine gemeinsame Zukunft gestalten könnten, wagte er die abenteuerliche Reise mit seinem Käfer (siehe Fotos) nach Brest, um die angebahnte Partnerschaft zu festigen.

Sein Gespräch mit dem Brester Bürgermeister Lombard, das sich anschließende offizielle Schreiben des Oberbürgermeisters Dr. Müthling am 13. Februar 1964 sowie die Zusage des Brester Bürgermeisters am 14. März 1964 brachten die beiden Städte endlich zusammen. Die Tür für gemeinsame europäische Pläne und Visionen war geöffnet...

Auf Einladung der Stadt Kiel besuchte zuerst eine Brester Delegation unter der Leitung vom Bürgermeister Lombard die Kieler Woche 1964. Am 26. Juni unterzeichneten Bürgermeister Lombard und Oberbürgermeister Müthling eine deutschsprachige Partnerschaftsurkunde. Kurz danach, im August 1964, während des Gegenbesuchs einer Delegation aus Kiel unter der Leitung des damaligen Stadtpräsidenten Köster, wurde die französische Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Eine enge Beziehung entwickelte sich ...

Es war einmal ... Es ist heute

Beide Partnerstädte waren sich von Anfang an darüber einig, dass eine positive langjährige Beziehung nicht nur auf der Ebene der Stadtverwaltung erzielt werden kann, sondern dass die Bürgerinnen und Bürger beider Städte aktiv in diese Entwicklung eingebunden werden sollen.

Infolgedessen war es für Kiel und Brest wichtig, diese Städtepartnerschaft wirklich mit Leben zu füllen. So initiierten die beiden Städte in den ersten 15 Jahren ca. 22 Begegnungen offizieller Vertreter/innen der Städte, 103 Schüler- und Studentenbegegnungen, 24 Sportbewegungen, 18 Austausche im kulturellen Bereich, 3 Gruppenreisen u.v.a.m. .

Auch zahlreiche Kieler Unternehmen, Vereine, Institutionen (Geomar, Institut für Meereskunde, CAU, Botanischer Garten u.a....) pflegen seit Jahren Kontakte zu Partnern in Brest.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine überaus enge Beziehung, une véritable histoire d’amour,… die bis heute lebendig geblieben ist.

Viele interkulturelle Begegnungen gehen auf das Engagement unserer Gesellschaft zurück. Die DFG ermöglichte zahlreiche Kontakte zwischen Kieler und Brester Bürgerinnen und Bürgern, begleitete hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Kiel bei ihren Besuchen in die Partnerstadt Brest und empfing Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Brest in Kiel. Viele Initiativen und Projekte sind unserer DFG zu verdanken, beispielsweise die folgenden aus der jüngsten Vergangenheit:

  • Choraustausch: zwischen unserem Chor Prêt-à-chanter mit dem Brester Pendant Mouez Ar Mor (2014)
  • Ein besonderer musikalischer Austausch war zwischen dem Fördeblasorchester Kiel und der Brester Gruppe Kevrenn (im Rahmen der Feierlichkeitenzum 40-jährigen Jubiläum der Partnerschaft Kiel-Brest im Jahr 2014).
  • Interkulturelles Training für Kieler Politikerinnen und Politiker vor einem Austausch mit Brester Politikerinnen und Politikern (2015)
  • Austausch von Kieler und Brester Klinikclowns (2016)
  • Aktion „Schultüten“ in Brest, bei der Kinder in Brest zu ihrer Einschulung randvoll mit Kieler Präsenten gefüllte Schultüten erhalten (seit 2015)
  • Projekt: Brest – Kiel - 2 peccables – 2 villes (2017)

Wir freuen uns sehr über die Intensität dieser so besonderen deutsch-französischen Beziehung und hoffen dank der vielen engagierten Akteure, dass diese histoire d’amour maritime ewig dauert...